Wenn Führungskräfte sich fragen „Warum wird die Aufgabe nicht erledigt“?

Nicht selten stellen Führungskräfte ihren Kollegen und Mitarbeitern die Frage: „Warum funktioniert der Ablauf nicht, ich habe dies doch klar und deutlich kommuniziert?“ Hinter der simplen Frage „Ist meine Kommunikation falsch?“ steckt weit mehr, denn wir hinterfragen hier oftmals ganze Systeme und Strukturen, wie:

  • Kommunikations-Kompetenz des Gegenübers
  • Unsere eigene Kommunikation
  • Motivation der Zusammenarbeit
  • Personen und deren Position
  • Eingeführte Systeme oder Abläufe
  • Die Gesamtorganisation
  • Sowie die technischen Voraussetzungen

Ja, den einen klagen die Selbstzweifel mit Gedanken „Ist meine Kommunikation falsch?“. Andere stellen den Gesprächspartner erstmals infrage oder gar die Organisation mit und/oder deren Prozesse. Wie auch immer – kann Hinterfragen sowie Reflektion grundsätzlich ein Lösungsansatz sein, wenn es nicht zu zeitintensiv wird und wir eine schnelle Antwort und Lösung haben.

Und doch ist es ab und an ganz einfach, wenn wir uns das Bild vor Augen halten:

1. Gesagt bedeutet noch lange nicht gehört
Hier stellt sich die Frage:Hat der/die Gesprächspartner*in es auch wirklich gehört? Oder wurde die Aussage in den Raum gestellt, ohne sich abzusichern, ob dies beim Empfänger so angekommen ist?

2. Gehört bedeutet nicht verstanden
Selbst wenn Sie es klar und deutlich kommuniziert haben, in welcher Form auch immer, vergewissern Sie sich, ob der/die Gesprächspartner*in auch das Know-how hat, um Ihre Nachricht richtig zu verstehen, und ob er diese interpretieren kann.

3. Verstanden bedeutet nicht einverstanden
Auch wenn Sie bei den ersten zwei Steps entspannt ein grünes Häkchen setzen können, muss der andere hiermit nicht zwingend einverstanden sein. Denn wenn eine Person nicht hinter einem Projekt oder einer Entscheidung steht, verursacht dies oftmals im Unterbewusstsein eine Blockade.

4. Einverstanden bedeutet nicht angewandt
Sie haben es richtig kommuniziert, der Gesprächspartner ist einverstanden und trotzdem wird es nicht angewandt bzw. fehlt die Umsetzung? Das hat vielschichtige Hintergründe, die in der Regel immer sehr personenspezifisch sind. Und spätestens an dieser Stelle sollten Sie einen Experten für die Supervision oder ein Kurz-Coaching hinzuziehen.

5. Angewandt bedeutet nicht beibehalten
Sie können stolz auf sich sein, wenn Sie alle vier vorherigen Steps mit Bravour erfüllt haben. Jetzt fehlt nur noch eine langfristige und nachhaltige Umsetzung. Wenn dies nicht der Fall ist, hat die Erfahrung gezeigt, dass dies an einer oder mehreren Hauptursachen liegen kann:

  1. Veränderung ist ein Prozess, der verschiedene Etappen hat. Zu wenig Zeit sorgt dafür, dass ein Projekt zu frühzeitig losgelassen wird und am Ende noch kippen kann. 
  2. PersonenspezifischeVoraussetzungen und Empfindlichkeiten sowie Know-how, lassen Projekte an Grenzbereiche gelangen. Auch dies ist ein Punkt, an dem ein Profi kurzfristig unterstützen kann und sollte. 
  3. Es wurde keine Personnamentlich für die Projekt-Kommunikation „VERANTWORTLICH“ benannt. Vielmehr wurde es als selbstverständlich gesehen, dass es läuft bzw. laufen muss. Dieser kleine Schritt muss nicht aufwendig und bürokratisch sein, aber er hilft enorm dabei, Prozesse voranzubringen.

Fazit: 
Kommunikation ist und bleibt eines der entscheidenden Schlüsselwerkzeuge in der Führung und im Dialog zwischen Menschen. Für Ilse Kuhn, jahrelange Expertin und Ansprechpartnerin für Führungskräfte, liegt die Lösung darin, dies als einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess zu sehen. Dieser muss regelmäßig durch neue Impulse, Input sowie Inspiration neu belebt werdenEgal wie erfahren die Führungskräfte und deren Teams auch schon in der Kommunikation sind, ein regelmäßiges Update ist ein must have und sollte alle zwei Jahre durch eine innovative, lebendige Personalentwicklung bereichert werden.

Menü
X